Entwicklungsgeschichte des Buches

Der Begriff Buch leitet sich vermutlich von Buche ab, wahrscheinlich wegen der früher in die aus den Bäumen hergestellten Holzblöcke eingeritzten und deshalb so benannten Buchstaben.

Die ersten Bücher wurden im antiken Ägypten im 3. Jahrtausend v. Chr. hergestellt. Dafür hat man die Stängel der Papyruspflanze in etwa vier Zentimeter dicke Streifen geschnitten, die man leicht überlappend und sich kreuzweise überlagernd aufeinander legte und zu einem festen Blatt presste, wobei der stärkehaltige Pflanzensaft die Streifen miteinander verklebte. Die ausgetrockneten Blätter sind dann, parallel zur Faserrichtung der Pflanze und meist nur einseitig, beschrieben worden, was meist mit einem mit Tinte befüllten Schreibrohr geschah. Danach hat man die einzelnen Blätter aneinander gelegt und mit Papyrusmark zu einem Buch gebunden.
Die literarischen Texte wurden in Spalten parallel zur Kante verlaufend geschrieben, im Gegensatz zu urkundlichen Texten, die man durchgehend verfasste.

Das Buch aus Papyrus ist auch noch von den Griechen und den Römern hergestellt worden, doch etwa ab dem 1. Jahrhundert bestand ein Buch bereits aus Pergament. Dieser sogenannte Codex, was übersetzt “Block” bedeutet, bestand aus mehreren Blättern dieses Materials, die man bereits beidseitig beschrieb, in der Mitte faltete und mit einem Faden aneinander befestigte. Etwa ab dem 4. Jahrhundert wurden die Seiten mit einem festen Umschlag versehen, wodurch diese antiken Schriften dem heutigen Buch bereits stark ähnelten. Im 14. Jahrhundert hat man das Pergament durch das einfacher zu produzierende und wesentlich billigere Papier ersetzt – die erste Papiermühle in Deutschland ist im Jahr 1390 errichtet worden. Ab etwa 1450 konnte ein Buch dank Johannes Gutenberg dann bereits gedruckt werden. Erst diese Technik, ihre Verbesserung und Verbreitung machten das Buch zur Massenware.